Bettie I. Alfred

September 17, 2020

Dies ist die Webseite von der Autorin und Hörspielmacherin Bettie I. Alfred. In der Seitenleiste finden Sie Informationen über ihr Schaffen. Unten können sie einen sogenannten Blog lesen, den Frau Alfred neben ihrer momentanen Haupttätigkeit als Hörspielmacherin mehr oder weniger regelmässig schreibt. Hier geht es meist um ihren aberwitzigen Alltag, den sie als lesende und schreibende Künstlerin mit einem tiefgreifenden Humor und einem analytischen Blick für das (Ur-) Menschliche, darzustellen versucht. Frau Alfred ist es ein Anliegen die tristen Seiten des Lebens anzuerkennen und sie mit den durchaus ja auch ab und an erstaunlich schönen zu verbinden. Die Sprachlosigkeit zwischen den Zeilen interessiert sie mehr, als alle Tatsächlichkeiten zusammen, vor denen es sich nach Alfreds Meinung meistens zu hüten gilt. Denn nichts ist in der Kunst ja sinnfreier, als die pure Darstellung eines Realitätenkabinett.

„Die Realität verzaubern, indem man sie entzaubert, oder umgekehrt, das führt manchmal zu literarischen Kunstwerken!“ B.I.Alfred

Die Übertreibungen und Verzerrungen in Frau Alfreds Prosa und auch in ihrer Lyrik sind wunderschön, immer anregend und in gewisser Weise angenehm belastend.Alfred Katz, Prosaanalytiker

„Ob ich je mal die Sprache finde, die zwiefühlige, zwiesichtige, zwiehörige Art meine Wirklichkeitserfahrung auszudrücken?“ Fridolin Stier, Denker der Ganzheit

„Sie lebte in Frieden mit ihrem Unglück!“ aus Versuch über Katzen, Wolfgang Hilbig

Ende der Nacht

August 14, 2022

Nachttage

August 12, 2022

Je älter man wird, desto mehr wird die Nacht zum Tag. Leider aber nicht der Tag zur Nacht, denn so herum ist es weitaus schwieriger, zumindest für einen, der nicht im Hellen müde sein kann, und somit fehlt dann etwas. Man kann ja menschliche Wesen nicht losgelöst von den Realitäten, in denen sie leben, betrachten. Ein Freund, ein wahrer Schnell- und Gernreiser, hat wenig bis gar keine Probleme auf der Stelle und überall einzuschlafen. Einmal war er im Winter aus dem Süden nach dem kalten Berlin gereist und fand im Zimmer nur ein Bett ohne Bedeckung vor. Er berichtete mir, wie immer besorgt als ginge es um eine Nacht auf Bahngleisen, am morgen dann völlig entspannt, dass es der „olle“ Teppich auch als Decke getan hätte. Ich musste zucken, denn die Vorstellung mich in einen verflohten festen Teppich winkeln, um darin eingerollt, eine Nacht schlafend, gegen all die Fasern gepresst, verbringen, zu müssen, löste in mir ein merkwürdiges Gefühl von Steifheit aus und auch die Müllabfuhr spukte plötzlich in meinem Kopf umher. Nicht jeder kann ohne in ein Szenario zu geraten, das nichts mit Abfallprodukten zu tun hat, mit solchen Lösungen gut auskommen. Der, der im Teppich gelegen hatte, hatte jedoch keinerlei Probleme in dieser Hinsicht gehabt. Mich erfüllt das bis heute mit Neid, denn Teppiche gab es nun wirklich, im Gegensatz zu flauschigem Daunenzeug und anderen angenehmen Weichheiten, ja wirklich überall.

© Bettie I. Alfred, 12.8.22

Ich, ein Gestell im Theater Leben

August 10, 2022

Auch wenn der Mensch erst einmal lange wie ein nasser Kater durch den Regen irren muss, um einmal dorthin zu kommen, wo er hinwill, ist er durchaus ein Tier mit Geist. Fange mit fast der Hälfte von 100 Jahren Lebenszeit an zu rauchen. Dachte lange, dass mir das nicht stünde, aber nun ist man eine Art Gestell, das sowieso alles gut festhalten kann. Muss an ein kosovarisches fünfjähriges Mädchen denken, der in jenem zarten Alter durchaus so ein Stumpen im Mundwinkel gestanden hätte. Das Mädchen gehörte (im Wohnheim) zu den „Zigeunern“. Die anderen fühlten sich als die „Besseren“. Ich tat alles daran alle unter einen Hut zu bringen… Olga half durch ihren tatsächlich erst fünf Jahre alten Charme. Sie war uns allen voraus, besonders denen, die meinten etwas Besseres zu sein. Es kümmerte sie einen sogenannten Dreck.

Zerteilt wird es sinnfrei

August 8, 2022

Leider versehentlich ein Notizbuch mit Karomusterung gekauft.
Ich mag eigentlich nicht gerne auf Karos schreiben, es stört die Worte und zerteilt sie sinnlos. Doch jetzt extra ein neues Notizbuch kaufen und wohin mit dem alten? Ich gehe in der Dunkelheit auf den Balkon und staune dann, man sieht die Sterne, ganz klar und deutlich. Das hatte ich im Bett liegend nicht geahnt. Gehe dann wieder ins Haus, der Himmel… dann doch zu weit entfernt. Die Nächte im Sommer sind immer sehr friedlich. Zumindest hier. Andernorts ist alles anders. Das Ziel von Erziehung muss sein die Aggressionen der heranwachsenden Menschen soweit in den Griff (in ihren eigenen Griff) zu bekommen, dass am Ende keinerlei Krieg und Destruktivität im Vordergrund des Zusammenlebens steht. Man sollte, so Wilhelm Reich, das blosse destruktive Agieren in eine gekonnte Aggression umlenken. Gekonnte Aggression, ein starker Begriff, wie sieht so etwas aus? Zumal das Unbewusste doch niemals zweifelt. Beim barfuss über eine Wiese laufen, eine sehr schön dicht bewachsene, meine ich, keine gelbe hügelige, bin ich erstaunt darüber, wie schön sie, die Wiese sich doch anfühlt. Nach Jahrzehnten des beschuhten Fusses eine wunderschöne Erfahrung. Wenig ist oft viel.

© Bettie I. Alfred, 8.8.22